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Schwimmerbund Bayern 07  -  100 Jahre Springerabteilung  (1907 – 2007)

Chronik der Springerabteilung anlässlich der 100 Jahre Feier vom Schwimmerbund Bayern 07 Nürnberg im Jahr 2007. Gekürzte Fassung - zusammengefasst von Bruno Hublitz

Chronik Springerabteilung

Der Beginn der Geschichte der Bayern 07 Springergruppe ist eng gekoppelt mit der Entstehung der Schwimmabteilung, der Keimzelle des Vereines am Pulversee im Osten Nürnbergs. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg werden Schwimmveranstaltungen mit „Gruppenspringen“ durchgeführt. Zu den ersten Springern gehört Max Haselmann. Ein Meilenstein findet 1921 statt, da wird am Pulversee, der damals ausreichend tief war, ein 10-Meter-Sprungturm gebaut.
Zitat aus der B07-Vereinschronik: Schlussattraktion ist ein 10 m Sprungturm aus Holz, der 1921 mit einem Weihesprung Karl Behringers seiner Bestimmung übergeben wird.

Karl Behringer (* 31. März 1893, + 10. November 1979) ist in der Geschichte der Bayern-07 Springer die große Persönlichkeit. Als 17-jähriger tritt er 1910 dem Verein bei. Karl Behringer war u. a. als Wasserballtrainer tätig und war als Springer selbst aktiv (Süddeutscher Meister). Sein großes persönliches Ansehen hat er sich als Springertrainer erworben, eine nahezu 5 Jahrzehnte währende Leidenschaft.
Zu seinen bekanntesten Schützlingen gehören: Olga Jordan (Jensch), Ella Hirschmann, Gerda Daumerlang, Eva Feistkorn (Mötsch), und Lilo Schloßnagel, die in den 30-er Jahren mehrere Titel bei Offenen Süddeutschen-, Deutschen- und Europa-Meisterschaften und Studenten-Weltmeisterschaften errangen.

Zusammenfassendes Zitat aus der B07-Vereinschronik: Im Kunstspringen dankt Olga Jordan ihren Trainern Behringer (Südd. Meister v. 1930) und List mit dem Titel einer Deutschen Meisterin. Sie wiederholt diese Leistung 1932 und wird im selben Jahr in Paris Europameisterin. Olga Jordans größter Erfolg ist aber als sie 1932 auf der Olympiade in Los Angeles hinter drei überragenden Amerikanerinnen mit einem sensationellen 4. Platz die übrige Weltelite hinter sich lässt.

Der Zweite Weltkrieg bringt einen großen Einbruch der Springeraktivitäten, sie kommen jedoch nicht ganz zum Erliegen.

Zitat aus der B07-Vereinschronik: Die letzten noch Aktiven des Vereins werden zum Arbeitsdienst oder in die Wehrmacht einberufen.
Im Kunstspringen erhielten wir Zuwachs durch Elisabeth Brunner. Betreut wird sie von Gebietsfachwartin Eva Mötsch (die als Eva Feistkorn mehrfach süddeutsche Jugendmeisterin war) und sie wird bei den Internationalen Jugendwettkämpfen in Mailand 1942 Erste und beim Turmspringen in Breslau Zweite.

Ernst Bettag, später Chef der BIG-Spielwarenfabrik und langjähriger Förderer der B07-Springergruppe, wird Süddeutscher Jugendmeister.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist es Lilo Schloßnagel, die auf süddeutscher und deutscher Ebene mehrere Titel gewinnt.

Zitat aus der B07-Vereinschronik: Sie wahrt so – fast allein – die Tradition der Schwimmer (Anmerkung Chronist, gemeint ist wohl Springer). Auf Grund ihrer Erfolge wird sie vom Deutschen Schwimmverband als – einziger weiblicher – Sprungwart berufen.

Olga Jordan (Jensch) wird noch einmal Deutsche Meisterin. Sie lebt jetzt in der DDR und ist dort lange Zeit als Trainerin tätig.

Ende der 40-er Jahre muss der 25 Jahre alte 10 m Holzsprungturm am Pulversee – baufällig geworden – abgerissen werden. Die 3 m Sprunganlage bleibt noch bis Anfang der 50-er Jahre stehen, muss aber letztlich wegen der Alterung und auch wegen der Versandung und Verschlickung des Seegrundes gesperrt und endgültig abgerissen werden.

Die 50-er und 60-er Jahre werden geprägt vom Fehlen einer geeigneten Hallensprunganlage in Nürnberg. Im Volksbad kann man wöchentlich nur eine ¾ Stunde trainieren. Man weicht auf das Trampolin aus. Ernst Bettag und Rudi Stengel machen sich dabei verdient.

In den 60-er Jahren wird in den Wintermonaten in Erlangen im Hallenbad Frankenhof trainiert. Dieses Bad verfügt ebenfalls über keine separates Sprungbecken. Das Freibadtraining findet statt in Nürnberg, Fürth und Erlangen.

Bis 1964 gibt es Bestrebungen am Pulversee wieder einen Sprungturm zu bauen. Dieses Vorhaben scheitert leider an „ungünstigen Voraussetzungen des See-Untergrundes“.

Ab Beginn der 70-er Jahre können die Springer im neu errichteten Hallenbad Süd (Südbad) ihren Übungsbetrieb abhalten. Das Südbad ist mit 1 und 3 m Sprungbrettern und eine 5 und 7,5 m Sprungplattform ausgestattet. Zusätzlich kommt ein 1 bis 3 Meter hydraulisch verstellbares Sprungbrett. Doch es zeigt sich von Betriebsbeginn an, dass es einen gravierenden Konzept- und Konstruktionsmangel hat, da wegen des Fehlens eines eigenen Sprungbeckens ein ungestörter Sprung-Trainingsbetrieb nicht möglich ist.
Nürnberger Zeitung vom 18. Juli 1977,- Interview Dietmar Rahmstorf: „Wir haben dort (Anm.: Südbad) zwar einen hydraulisch verschiebbaren Turm, aber was hilft uns das, wenn unter uns allgemeiner Badebetrieb herrscht und man höllisch aufpassen muss, nicht auf jemanden aufzuprallen“, beschreibt der Fachwart die Misere. Nur jeweils zwischen 19:30 und 19:45 Uhr hätte er die Möglichkeit mit seiner Truppe relativ ungestört zu üben, „Aber“, so gibt Rahmstorf zu bedenken, „ich kann von schulpflichtigen Kindern nicht verlangen, dass sie erst am Abend ins Training gehen“ „Einmal pro Woche müsste das Areal rund um den Turm offiziell für unsere Übungsstunde abgesperrt werden.“

Dietmar Rahmstorf - selbst aktiv auf Bezirks- und Landesebene – übernimmt in den 70-er Jahren allmählich das Zepter von Karl Behringer und übt das Traineramt bis Ende der 80-er Jahre aus. Seine Schützlinge Jürgen Hofmann, Susanne Eder, Verena Litz und Sabine Rasche bewähren sich bei den Bayerischen Junioren- und Schülermeisterschaften. Organisatorisch sind die Springer in der Schwimmabteilung integriert.

Die Geburtsstunde der Springerabteilung in seiner heutigen Form war Anfang der 90-er Jahre.

Zitat aus einem Protokoll: Anschließend erzählte er (Anm. Christin Rott), wie die Gruppe um Christian Rott und Robert Troidl und viele andere vor ca. 20 Jahren Frau Mötsch im Schwimmbad kennen lernten und damals von dem springerischen Können der Eva Mötsch sehr angetan waren, obwohl sie damals nicht mehr die Jüngste war.
Frau Eva Mötsch war es auch, die die jungen Burschen davon überzeugt, eine Springerabteilung unter der Obhut von Bayern 07 zu gründen.

Die Gruppe wird von Robert Troidl geleitet. Sie ist als Showtruppe „Die Bauchplatscher“ aktiv.

1995 stößt Bruno Hublitz aus Erlangen hinzu. Er widmet sich schwerpunktmäßig dem Aufbau einer Nachwuchsgruppe. 1997 wird er zum Sprungwart gewählt. Seine erfolgreichsten Schützling sind: Joscha Gröger, 17 Goldmedaillen bei Bayerischen Meisterschaften, Oliver Fox, mehrere 2. und 3. Plätze bei Bayerischen Meisterschaften und Marco Reichel, Nordbayerischer Meister.

Ab 1997 werden wieder Vereinsmeisterschaften durchgeführt. 1998 wird diese bayernweit zur offenen Bezirksmeisterschaft ausgeweitet. Die Springergruppe führt auch mehrere Bayerische Meisterschaften in Weiden und Erlangen durch.

Stefanie Hübner, frühere Leistungsspringerin aus Leipzig tritt der Gruppe 1999 bei und wird Dank ihres Könnens und wegen ihrer nationaler und internationaler Erfolge bei den Masters zum sportlichen Aushängeschild der Abteilung.

Die Springerabteilung, die bis dahin als Gruppe innerhalb der Schwimmabteilung bestand, wird 2002 als selbständige Abteilung innerhalb des Vereines etabliert. Abteilungsleiter sind gemeinsam Bruno Hublitz und Christian Rott. Die Abteilung hat ca. 40 Mitglieder.

Patrick Storz, holt bei der Bayerische Meisterschaft Freiwasser im Juli 2002 in Waldkraiburg bei der Jugend A zwei mal eine Goldmedaille. Dies wiederholt er im Herbst in der Halle.

Neben Steffi Hübner als „Stamm-Springerin“ treten bei den Masters- Weltmeisterschaften 2004 Frau Eva Mötsch, Altersklasse 90+, Platz 1, und Jörg Wolff, Platz 4, an.

Kurz vor der Vereinsmeisterschaft 2006 stirbt im April Frau Eva Mötsch im 91-stem Lebensjahr. Sie war seit dem Ende der 90er Jahre immer regelmäßig am Samstagstraining der Springer im Südbad dabei. Sie wirkte auch im Hintergrund mit, etwa bei der Beschaffung von T-Shirts oder bei organisatorischen Belangen der Masters Meisterschaften.

Das Südbad wird im April 2006 für ca. 1 ½ Jahre geschlossen. Es wird umgebaut und modernisiert. Von Seiten des Betreibers NürnbergBad wird zugesichert, dass die Springer nach dem Umbau wieder das Südbad benutzen können. Die Sprungtürme und Sprungbretter bleiben erhalten. Ein in der Ausschreibung enthaltener Umbau der sportlichen Duraflex-Sprungbretter in starre Glasfiberbretter konnte abgewendet werden. Das hätte das Ende der Bayern 07 Springeraktivitäten bedeutet. Ersatzsportstätten während der Umbauarbeiten sind im Nordostbad und im Stadionbad.

Nach 11Jahren Tätigkeit tritt Bruno Hublitz im Mai 2006 in das zweite Glied zurück und gibt die Abteilungsleitung an Bernd Schneider und das Training an Valentin Wall ab.

Resümee 90-er und 2000-er Jahre

Die Springerabteilung von Bayern 07 ist die einzige Sportlergruppe im Regierungsbezirk Mittelfranken, die das Wasserspringen vereinsmäßig anbietet. Mitglieder sind Jugendliche und Erwachsene, die das Wasserspringen als Freizeittätigkeit oder als Wettkampfsport betreiben. In den 90-er Jahren bestand große Hoffnung im Nachwuchsbereich eine feste Mannschaft aufzubauen, die auf Landesebene und in Süddeutschland kontinuierlich am Wettkampfbetrieb teilnimmt. Leider ist dies aus diversen Gründen nicht gelungen. Sportliches Aushängeschild ist im Mastersbereich Steffi Hübner mit vielen Medaillen bei Deutschen-, Europäischen- und Welt-Wettkämpfen. Die Keimzelle der heutigen Abteilung tritt als „Die Bauchplatscher“ bei Showveranstaltungen auf.

 

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